Bestanden: Die Abschlussprüfung der Privat-Piloten Ausbildung

21 April 2017
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Es ist geschafft! Ich habe den heutigen Prüfungsflug für die Privat Piloten Lizenz (EASA PPL-H)erfolgreich bestanden. Ein aufregendes Kapitel meiner Flugausbildung geht damit zu Ende. Ich möchte euch von der Prüfung, dem Ablauf und meinem Fazit daraus berichten.

Die HTC und allen voran Kai, mein Fluglehrer, haben mich in den letzten Monaten bestens auf den Start als eigenverantwortlicher Pilot vorbereitet. Genau das ist es was die PPL-Lizenz einem attestieren soll. Den korrekten Umgang mit dem Fluggerät sowie die sichere Bewegung im Luftraum für einen selbst und  anderen Verkehrsteilnehmer. In den letzten Wochen vor der Prüfung konnte ich in intensiven Trainingseinheiten die Notverfahren verfeinern sowie die technischen Aspekte nochmals wiederholen.

Als ich den Prüfungstermin bestätigt bekommen habe, war ich voller Vorfreude bald die Lizenz greifbar in den Händen zu halten. Stets meiner bisherigen Leistungen bewusst, habe ich mich auch entsprechend sicher gefühlt.

Am Morgen des Prüfungstages habe ich dass zu fliegende Navigationsdreieck vom Prüfer erhalten. Sofort began ich mit der Flugvorbereitung, dazu gehören:

  1. Wetterberatung und NOTAM einholen
  2. Flugdurchführungsplan mit aktuellem Wind erstellen
  3. Flugstrecke in die Karte zeichnen
  4. Weight&Balance erstellen

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Des Weiteren habe ich mir die Funk- und VOR Frequenzen entlang der Flugstrecke näher angeschaut. Im Anschluss bin ich die Route mehrmals vor dem geistigen Auge entlang geflogen. Nun war die Flugvorbereitung vollständig erledigt.

Dann hat mich Kai erstmal mit genau soviel Spannung und Vorfreude auf die Prüfung begrüßt, wie es mir als Schüler in dem Moment wohl ging. Das ganze HTC-Team ist ja schon fast wie eine zweite Heimat und das merkt jeder Schüler der hier seine Ausbildung macht. Kai sagt, bei jedem Prüfungsflug seiner Schüler sei er mit Ihnen gemeinsam aufgeregt und fiebert wie am ersten Tag mit. Es ist eine tolle Stimmung an diesem Tag bei der HTC.

Nachdem sich dann auch der Prüfer mit meinem Fluglehrer ein wenig unterhalten hat, ist er zu mir gekommen und hat sich vorgestellt. Wir haben einen nettes und lockeres Gespräch über meine Flugplanung geführt und uns etwas über den Tagesablauf unterhalten. Die Stimmung war sehr angenehm und ich habe mich nicht unter Druck gesetzt gefühlt.

Kurz darauf packten wir unsere Sachen und sind zur Maschine gegangen um dort  die Vorflugkontrolle durchzuführen. Der Prüfer hat sich währenddessen immer wieder eingeklinkt und anhand von Fragen und Anregungen meinen Wissenstand überprüft. Ich muss gestehen, dass trotz sicherer und flüssiger Beherrschung der Vorflugkontrolle, mir diese wie eine halbe Ewigkeit vorkam. Ich war dann doch etwas erleichtert als wir schließlich im Cockpit saßen und das Triebwerk starteten.

Checkliste

Jetzt sollte ich die R22 aufnehmen und auf dem Weg zur Piste einige Schwebeübungen durchführen. Dies klappte reibungslos und so starteten wir sofort in die Platzrunde. Ich hielt mich an die einstudierten check’s und flog die „Hausrunde“ flüssig ab. Währenddessen habe ich alle Punkte die ich im Kopf oder an den Instrumenten durchführte laut vorgesagt.

Wieder auf der Piste gelandet sollte ich nun am hinteren Teil des Flugplatzes im schrägen Gelände den Hubschrauber frontal und schließlich seitlich am Hang absetzen. Diese Übung hatte ich mit Kai eine Woche zuvor nochmals wiederholt gehabt. Das spezielle bei dieser Übung ist, dass man nach dem Aufsetzen aufpassen muss, nicht hangabwärts weg zu gleiten. Dafür ist eine gekonnte und flüssige Koordination am Stick gefragt. Für mich persönlich eine tolle Übung die ich immer wieder gerne in den trainings gemacht habe.

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Nun sollte es aber auf den Navigationsflug gehen und so startete ich aus Donaueschingen raus und nahm Kurs auf den Flugplatz Rottweil Zepfenhahn. Während des Fluges achtete ich penibel auf meine Flughöhe und den einzuhaltenden Kurs. Immer wieder kontrollierte ich visuell nach außen und anhand der Luftfahrtkarte wo ich mich befand. Anhand der Straßen und deutlich abgegrenzten Waldgebiete konnte ich mich stets sicher orientieren. All diese Schritte habe ich wieder meinem Prüfer laut vorgesagt, so wusste auch er stets wie ich vorging.

Nachdem wir den Flugplatz Rottweil-Zepfenhahn überflogen hatten, habe ich die Anweisung bekommen eine Sicherheitslandung durchzuführen. Sofort suchte ich nach einem geeigneten Gelände und startete meinen kontrollierten Sinkflug. Ich legte mir eine entsprechende Anflugsroute fest und begann die erkannten Hindernisse laut vorzusagen. Ebenso bindete ich meinen Prüfer gleich mit ein, in dem ich immer wieder die Hindernisfreiheit oder die links von mir befindliche Seite als sicher wissen wollte.

Fliegen im R22

Kurz darauf starteten wir wieder aus dem Gelände raus und ich wiederholte den Anflug Diesmal sollte ich den Hubschrauber noch etwas steiler und schneller nach unten bringen. Wir flogen diese Anflüge ein paar mal, zwischendurch gab es jeweils ein kurzes Feedback mit Verbesserungsvorschlägen. Nun sollte ich aber wieder Richtung Heimatflugplatz navigieren um dort abschließend die Notverfahren noch zu fliegen.

Zu erst begann ich mit einer Selbsteingeleiteten Autorotation gefolgt von einer, in welcher mir mein Prüfer das Gas wegdrehte. Ebenso flog ich eine Platzrunde ohne Governor sowie eine Landung mit Fix-Tailrotor. Bei jedem Notverfahren habe ich eine klare Ansage erhalten und konnte entsprechend mein procedure abarbeiten. Ich denke bei der Flugprüfung ist dieser Abschnitt mit der Anspruchsvollste, weil man mit dem Prüfer vorher noch nie geflogen ist und sich beide Seiten in diesem Moment auf eine gewisse Art und Weise vertrauen müssen.

Abschließend sollte ich auf der Piste schnelles hovern demonstrieren bevor ich die erlösende Ansage bekam zurück zur Tankstelle zu fliegen um dort abzustellen. Die letzten Meter habe ich dann als sehr erleichternd wahrgenommen, obwohl ich noch nicht wusste ob die Prüfung bestanden war. Mit voller Konzentration habe ich letztlich den Hubschrauber anhand der Checkliste abgestellt und somit meinen Prüfungsflug beendet.

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Nun ging es in unseren Schulungsraum wo das De-Briefing gemeinsam mit meinem Fluglehrer Kai stattfand. Zuerst durfte ich meine Eindrücke los werden. Dazu zählte, dass ich es toll fand, die diversen Anflugverfahren im Außengelände weiter geübt zu haben – sodass ich aus der Prüfung zusätzlich noch etwas an Training mitnehmen konnte. Anschließend gratulierte mir der Prüfer endlich zur bestandenen Prüfung. Erleichterung und allen voran Freude – bei mir und bei Kai – da konnte man nur strahlen und sich  auf die Schulter schlagen!  Dann gab es noch ein ausführliches Feedback zu meiner Leistung, mit welchem ich sehr zufrieden war da ich auch die eine oder andere Verbesserung aus dem Gespräch mitnehmen konnte.

Und so geht ein Prüfungs-Vormittag zu Ende, welcher sich aber wie ein ganzer Tag angefühlt hat. Mein Fazit aus dem Erlebten ist, dass die Situation mit einem Prüfer – welcher einen noch nicht kennt und zum ersten Mal mit einem fliegt, anspruchsvoll und durchaus von der Fähigkeit lebt, sich schnell neuen Situationen anzupassen. Der Tag war ein voller Erfolg und der Abschnitt Privatpilot ist nun abgeschlossen.

Ich kann’s jedem der sich für die verrückten Drehflügler begeistert nur empfehlen…

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