Navigationsflug nach Mannheim und Lahr

9 Oktober 2016
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Wir fliegen in der heutigen Session den Navigationsflug nach Mannheim, Lahr und zurück nach Donaueschingen. Diesen Flug habe ich euch in einem 3-teiligen Bericht bereits vorgestellt:

Navigationsflug, Teil 1: Ausführliche Vorbereitung

Navigationsflug, Teil 2: Vertiefen

Navigationsflug, Teil 3: Instruktionsflug mit meinem Fluglehrer


Der Grund warum wir diesen Flug wiederholen ist, dass ich diese Flugstrecke als nächstes alleine fliegen soll. Kai war es wichtig, den gesamten Flug nochmals abzufliegen – dabei wird er sich nicht einmischen und mich komplett alleine arbeiten lassen. Der heutige Tag dient also dem Backup sowie der Vertiefung für den Alleinflug.

Im Vorfeld werden folgen Informationen eingeholt bzw. erstellt:

  1. Flugdurchführungsplan
  2. Weight&Balance
  3. NOTAMs
  4. Wetterberatung

Die per Telefon eingeholte Wetterberatung ergibt, dass evtl. mit leichtem Nieselschauer gerechnet werden muss, jedoch die Wettermindestbedinungen entlang unserer Flugstrecke gegeben sind und wir daher starten können.

Wir starten…

…aus Donaueschingen raus und folgen unseren Navigationspunkten in Richtung Mannheim. Entlang unserer Strecke treten immer wieder vereinzelte Nebelbänke auf, diese gilt es rechtzeitig zu erkennen und dann zu umfliegen ohne die Strecken-Orientierung dabei zu verlieren. Daher ist es besonders wichtig immer auf der Karte zu wissen, wo man sich gerade befindet und immer einen Plan B parat zu haben. Genau für diese Strategie gibt mir Kai wieder hilfreiche Tipps und zeigt mir markante Merkmale in der Umgebung (wie Städte, Straßen, Kirchen, etc.) an denen ich mich orientieren kann. Dieser Erfahrungsschatz ist viel Wert und so lerne ich in jeder Flugstunde weiter dazu.

Ohne Schwierigkeiten navigiere ich uns nach Mannheim wo wir eine kleine Pause einlegen, den Hubschrauber tanken und etwas essen.

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Wohl gestärkt geht es wieder zurück zur R22. Nach Checkliste wird gestartet und gefunkt. Mit der Freigabe vom Turm geht es in Richtung Süden zurück. Auf Höhe Bruchsal drehen wir auf Kurslinie Lahr. Die Flugstrecke führt uns am westlichen Schwarzwaldrand, der Weinstraße entlang. Die starken Sonnenstrahlen zwischen den einzelnen Wolken sorgen für eine besondere Kulisse.

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Kurz vor Lahr nimmt die Bewölkung wieder zu und die Wolkenuntergrenze singt weiter. Wir schaffen es jedoch ohne Probleme zum Flugplatz zu navigieren. Nach einer erfolgreichen Landung auf der übergroßen Piste, auf welcher der kleine Robinson fast wie verloren wirkt, geht es zum Vorfeld. Ein freundlicher Flugplatz Mitarbeiter weißt uns ein. Dort setzen wir ab, besprechen den Rückflug und starten wieder raus.

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Kurz nach Lahr beginnen wir kontinuierlich zu steigen, wir müssen den Schwarzwald passieren um nach Donaueschingen zu kommen. Die Wolken liegen vereinzelt auf den Bergkämmen auf. Mein Blick schweift regelmäßig prüfend den Horizont entlang um jede Veränderung wahrzunehmen. Von Süden her nehmen die Wolken besonders stark zu und ein Durchfliegen wäre hier nicht mehr möglich. Schließlich entscheide ich, die geplante Flugroute zu verlassen um über ein Nebental welches eine bessere Horizontalsicht erkennen lässt zu fliegen. Hier zeigt sich, wie wichtig und entscheidend es ist, nicht immer am festgelegten Routensetting zu beharren, sondern anhand der Gegebenheiten rechtzeitig flexibel zu reagieren.

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Die Entscheidung bewahrheitet sich am Ende als korrekt. Wir erreichen schließlich sicher Donaueschingen. Und es ist das erste Mal in meiner bisherigen Flugerfahrung, dass ich an meinem Heimatflugplatz die Landebahn-Befeuerung zu sehen bekomme. Ich finde dies gibt ein ganz besonderes Stimmungsbild auf den Flugplatz in Verbindung mit der Dämmerung.

Ebenso ist das PAPI aktiv. Die „Präzisions-Anflug Gleitwinkelbefeuerung“ hilft dem Piloten den richtigen Gleitpfad im Anflug zu halten und erleichtert so bei schlechten Wetterverhältnissen und bei Nacht die Landung.

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Und so geht ein spannender Flugtag wieder zu Ende. Ich konnte unter Beweis stellen, dass ich den Flug und die Streckenführung alleine beherrsche und bereit bin, als nächstes das Überland-Solo zu fliegen. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen für die nächste Session. Jetzt stellen wir den Hubschrauber wieder zurück in den Hangar und besprechen in Ruhe den Flug nach.

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