Erfahrungsbericht ECS 1 Kurs bei HTC

12 Dezember 2015
12 Dezember 2015, Kommentare Kommentare deaktiviert

Nach einer mehrmonatigen Evaluationsphase, während der ich bei mehreren Flugschulen in der Schweiz und eben auch bei HTC über die ECS Kurse informiert hatte, hab ich mich für HTC in Donaueschingen entschieden.

Dafür gab es zwei entscheidende Gründe. Erstens war ich nach einem Besuch bei Kai davon überzeugt, dass die HTC die Dinge richtig oder erst gar nicht macht. Zweitens bietet Kai den Kurs bis zum kompletten Abschluss des ECS 1 an, was eben alle anderen nicht oder nur zum Teil so machen.

Ende Oktober ging’s dann los mit Type Rating Renewal auf R44 in der Schweiz und dann dem Skill Test bei Kai.

Screen Shot 2016-02-12 at 15.07.29Somit war alles bereit um dann Mitte November mit dem ECS 1 Kurs in Donaueschingen zu beginnen. Der erste Schritt bestand darin, praktisch das Schweben noch einmal neu zu erlernen, ohne Seil am Haken. Allerdings geschieht dies natürlich mit Blick aus der Bubble, also mit vertikaler Referenz. Dabei geht’s ja noch, beim Blick in Richtung vordere Kufenstrebe. Einiges anspruchsvoller wird’s dann aber mit Blick in Richtung hintere Kufenstrebe, weil sich doch auch der Körper nochmal um einige Grad mehr nach rechts dreht. Gelingt allerdings mal Start, Steigen auf 30m, Sinkflug und Landung auf diese Weise, so ist die Hauptarbeit für das Unterlastfliegen schon mal erlernt.

Trotzdem war ich dann sehr gespannt, als ich zum ersten Mal mit einer 10m Leine probieren durfte. Das Hauptziel bei den ersten Versuchen mit Leine und Last ist es, stabile Endanflüge zu machen, um dann ca. 10m über dem Abladepunkt still zu stehen. Sollte ja für einen geübten Piloten nicht so schwer sein, könnte man meinen. Es braucht dann aber doch relativ viel Feingefühl an den Steuern, um eben nicht am Schluss doch noch die Last ins Schwingen zu bringen. Bei der ganzen Übung gilt es einige Punkte zu beachten. Man sollte z.B. nicht die Last sondern eher den Heli fliegen und diesen dort hinbringen, wo am Schluss auch die Last hinkommen soll. Zu Beginn ist es auch nicht einfach, sich durch die ungewöhnliche Körperhaltung nicht zu verkrampfen.
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Nach vier Tagen Fliegen mit verschieden Lasten an 10m, war dann zu Beginn der zweiten Woche Flughelfer-Theorie angesagt. Hier war sehr spannend zu sehen, wie viele Gesetzte und Richtlinien beim Fliegen mit Unterlast eine sehr grosse Rolle spielen. Um die verschiedenen Anschlagtechniken zu üben und die möglichen Probleme dabei zu erkennen, hatten wir einen Kran und alle nötigen Hilfsmittel zur Verfügung. Kai hat uns sogar bei leichten Minustemperaturen mit seiner Improvisationskunst und seiner Heizung eine angenehme Atmosphäre geschafft.

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Während den letzten zwei Tagen haben wir uns dann darauf konzentriert, das Erlernte auch noch mit der 20m Leine zu festigen. Dabei ändert sich eigentlich nicht sehr viel. Die Referenzen am Boden werden etwas kleiner und die Last schwingt langsamer.

Eine interessante Erfahrung durfte ich bei fallendem Schnee machen. Die Flockengrösse spielt hier eine sehr entscheidende Rolle. Ist man im Endanflug sehr stark von den visuellen Referenzen am Boden abhängig, um die Geschwindigkeit einzuschätzen, so wird es natürlich um so schwieriger, wenn man beim Runterschauen nur noch weisse Flocken erkennt, die eine falsche Geschwindigkeit vorgaukeln!
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Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich dank der guten Ausrüstung und allen beteiligten Personen sehr viel gelernt habe. Vor allem das fliegen mit verschiedenen Lasten ist sehr wichtig, weil sich jede einzelne im Flug anders verhält. Durch die verschiedenen Formen ist aus aerodynamischer Sicht teilweise viel Vorsicht geboten ist.
Nun hoffe ich, das Erlernte in der Zukunft noch vertiefen und erweitern zu können.

Patrick Riva

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