In der Berufspilotenausbildung sind 5 Nachtflugstunden inbegriffen. Hier soll der Schüler einmal reinschnuppern können was es heißt bei Dunkelheit zu fliegen.
In den ersten beiden Stunden bestand die Aufgabe darin sich an die neue dunkle Außenwelt zu gewöhnen. Da man lediglich künstliche Lichtquellen als Referenzpunkte benutzen kann muss man sich noch mehr auf die Instrumente konzentrieren um eine stabile Fluglage einhalten zu können.Mit der Zeit gewöhnt sich das Auge doch ein Stück weit an die Dunkelheit und man erkennt jetzt grobe Umrisse von Waldkanten, Bergen und Wiesen.Was jedoch gänzlich verborgen bleibt sind Stromleitungen .
Übung für heute waren Abbremsen,Kurvenflug, Beschleunigung. Für den Fall eines Triebwerksausfalles hielten wir uns in der Nähe von Industrieflächen, Sportplätzen,oder beleuchteten Straßen auf, zu denen wir hin autorotieren hätten können.
Tag 2:
Die heutige Aufgabe war eine Flugvorbereitung die man zuvor gemacht hatte haargenau so abzufliegen . Es ist sicher einfacher nur nach Kurs zu fliegen was einem der Compass sagt . Da man aber zur Orientierung lediglich Städte und Straßen hat galt es diese miteinzubeziehen und abzufliegen um am Ziel anzukommen.
In Neuhausen ob Eck angekommen mussten 30 min Soloflug (Platzrunden) absolviert werden. Zuvor hat mein Fluglehrer mir genaue Anweisung gegeben wie die Platzrunde verläuft sodass ich mich nie unsicher gefühlt hatte.
Auf dem Rückweg musste die Strecke wieder genau zurückverfolgt werden .
Über Tuttlingen passierte mir dann ein kleiner Zahlendreher und nach ein paar Minuten waren wir statt in Geisingen fast in Villingen .Als markanter Punkt wusste ich dass der Testturm von ThyssenKrupp nicht in Geisingen stand.
Es ist gut dass diese Fehler in der Schulung passieren meinte dann die Stimme neben mir .
Wäre ich alleine gewesen hätte mich Langen Radar zum Zielort zurück geführt.
Mit Hilfe Sulz VOR habe ich aber selbständig die Orientierung zurückerlangt und auf dem Radial 180 nach Donaueschingen gefunden.
Tag 3:
Heute sollte es nach Egelsbach gehen. Da das Wetter aber sehr wechselhaft war habe ich zuerst um 9h de persönliche Wetterberatung angerufen. Die Vorhersage wa nicht sehr gut. Um 14 h das selbe nochmal . Tatsächlich sollte das Wetter gegen Abend flugfähig werden.Petrus spielte mit und wie besprochen gegen 17 h wurde das Wetter merklich besser und die Wolkenuntergrenzen stiegen.
Start war um 17h, Ziel war Mannheim. Auf dem Weg dorthin hatte sich eine überraschend weite Sicht gebildet und wir konnten die untergehende Sonne mit ihrem schimmernden Rot in der Nähe von Pforzheim beobachten .Kurze Zwischenlandung und Tankstopp in Mannheim.
1,5 Std Nachtflug mussten jetzt noch absolviert werden.
Nachdem Start übergab uns der Turm an langen Radar .Squak 1256 dies ist die Nummer die wir zugeteilt bekamen damit der Lotse uns eindeutig identifizieren konnte Geradeaus ging es zum Ried VOR welches ich finden überfliegen und auf dem Radial 270 wieder verlassen sollte. Da wir in einem Ballungsgebiet unterwegs waren bot sich ein Lichtermeer wie an Weihnachten- Traumhaft schön.Die Autobahn voll von weißen und roten Lichtern.Das VOR gefunden und in Richtung 270 wieder verlassen, sollte ich den Lotsen bitten ein Steigen auf 3000ft zu genehmigen.Sehr anspruchsvoll wenn man nicht in Übung ist da der Funkverkehr voll war von an und abfliegenden Linienflugzeugen aus Frankfurt.
Beschleunigen, Abbremsen, Vollkreis rechts Vollkreis Links herum waren dann auch die Aufgaben der letzten Stunde. Zuletzt kamen wir noch an der BASF vorbei welche zu meinem Erstaunen größer war als gedacht.Die Industriebeleuchtung war überwältigend hell.
Jetzt ging es auf direktem Weg nach Egelsbach zur Landung.