Witterungsregelfälle im Februar

10 Februar 2021
10 Februar 2021, Kommentare Kommentare deaktiviert

Jeden Monat präsentieren wir Ihnen hier Bilder und Informationen zur jahreszeitlich typischen Wetterlage aus dem großen Wetterkalender von Berthold Wiedersich.

Im Februar schwächen sich die Westwinde merklich ab. Der Luftdruck beginnt innerhalb des subtropischen Hochdruckgürtels der nördlichen Halbkugel wieder zu fallen, da dort die Erwärmung durch den nordwärts wandernden Sonnenstand zuerst einsetzt. Zeitgleich baut sich ein kontinuierlich stärker werdendes Polarhoch auf. Dadurch wird die Ausdehnung des russischen Kältehochs nach Westen sehr begünstigt. In den letzten Jahrzehnten erfolgte häufig zu Beginn des zweiten Monatsdrittels ein kräftiger Kaltluftvorstoß nach Mitteleuropa mit eiskalten Ostwinden. Dabei ist jedoch kaum mit Schneefall zu rechnen, da die östliche kontinentale Luft grundsätzlich sehr trocken ist. Nur wenn sie sich mit südöstlicher Luft mischt, die aus dem Mittelmeer stammt, kommt es in Süddeutschland zu starken Schneefällen. Sehr heftig schneien kann es auch in Norddeutschland, wenn sich in die aus dem Hoch kommende Ostströmung ein Tief einlagert. Die alte Bauernregel, nach welcher der Winter noch lange dauert, wenn es um den 2. sonnig und warm ist, trifft recht häufig zu, denn in den ersten Februartagen ändert sich die Wetterlage. Liegt um diese Zeit bei Temperaturen unter 0° C Schnee, ist der Frühling nicht mehr allzu fern. Ist es dagegen sehr warm, bleiben in Mitteleuropa die winterlichen Verhältnisse, nur kurzzeitig von Warmluftvorstößen unterbrochen, bis gegen Ende März erhalten. Diese Regel gilt v.a. dann, wenn es in der letzten Februarwoche sehr kalt ist. Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % schmilzt bei knapp über 0° C zwischen dem 3. und dem 12. bei einer südwest- bis nordwestlichen Wetterlage in ganz Deutschland der Schnee. Mit derselben Wahrscheinlichkeit wird dann das Tauwetter von einer Kälte bringenden Nordost- bis Südostlage abgelöst, die bis zum 20. andauert.Um den 27., am Ende des Monats, stößt der Winter noch ein weiteres Mal nach Deutschland vor, allerdings mit Temperaturen, die in der Regel nur knapp unter 0° C liegen. Obwohl der Luftdruck häufig relativ hoch ist, ziehen von Norden Schneewolken ins Land.Das Satellitenbild zeigt eine relativ warme Westlage, die nur in höheren Lagen Schnee brachte.

W2fotoGewitter im Morgengrauen über der türkischen Küste gegenüber Rhodos. Cumulonimbus capillatus incus.

W2satSatellitenbild des Deutschen Wetterdienstes
Die Farben geben Auskunft über die Temperatur der Wolkenobergrenzen. Tiefdruckgebiete überziehen regenbringend das nördliche MItteleuropa und vor allem den Balkan, Italien und das östliche Mittelmehrgebiet, wo heftige Niederschläge fallen.

W2graf
Zugbahn der Zyklonen (Tiefs)
Im Mittelmeergebiet fallen die Niederschläge nahezu ausschließlich in der kühleren Jahreszeit. In der Regenperiode fallen in oft heftigen Gewittern äußerst starke Niederschläge

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